Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
 Universitätsmedizin Leipzig

Brustkrebs-Mammakarzinom

Brustkrebs ist mit annähernd 56.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Tumorerkrankung der Frau, ca 18.000 erliegen schließlich der Erkrankung. Wird der Tumor rechtzeitig erkannt, kann mit einer Heilungschance von 90% gerechnet werden.

Wir bieten folgende Therapieformen:

Für die Strahlenbehandlung der Mamma wird eine 3D-konformale Strahlenbehandlung auf neuestem technischen Niveau durchgeführt und mit einem speziell ausgerichteten Qualitätssicherungssystem verbunden.
Als Alleinstellungsmerkmal bieten wir die interstitielle Brachytherapie an, die die Chancen auf Heilung erhöht bzw. in Einzelfällen auch schonender ist.

Gern können Sie sich mit uns in Verbindung setzen.

In den letzten Jahrzehnten hat sich ein operatives Vorgehen mit Erhaltung der Brust gefolgt von einer Bestrahlung zur Verhinderung eines Rückfalles durchgesetzt. Ergänzend kann eine Chemotherapie und/oder Hormontherapie notwendig werden. Die Techniken für die Bestrahlung sind heutzutage so weit fortgeschritten, dass die Risiken für Nebenwirkungen deutlich minimiert werden konnten.

Der Einsatz der Bestrahlung wird in der Regel interdisziplinär im Rahmen von Tumor- Boards getroffen. Die Entscheidungen orientieren sich an den S 3 Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft zur Diagnostik Therapie und Nachsorge des Brustkrebs.
Die Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie ist dem von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Brustzentrum des Helios Klinikums Schkeuditz angeschlossen und im universitären Brustzentrum integriert.

Welche Behandlungskonzepte werden in der Klinik und Poliklinik für Radioonkologie am Universitätsklinikum angeboten?
Wann beginnt die Bestrahlung?
Strahlentherapie der gesamten Brust nach brusterhaltender Operation oder nach vollständiger Brustentfernung
Teilbrustbestrahlung mit Brachytherapie
Sprechzeiten

Welche Behandlungskonzepte werden in der Klinik und Poliklinik für Radioonkologie am Universitätsklinikum angeboten?

Die Anwendung der Strahlentherapie orientiert sich zum einen am operativen Vorgehen und an der aktuell vorliegenden Tumorausdehnung. Hiernach und an den Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft, den S3-Leitlinien, orientiert sich der Einsatz der Strahlenbehandlung an den vorgegebenen Standards.

Prinzipiell lassen sich zwei Anwendungsgebiete unterscheiden:

  1. Strahlentherapie der gesamten Brust nach brusterhaltender Operation oder nach vollständiger Brustentfernung (=Ablatio mammae)
    Nach brusterhaltender Operation muss bis zu 50% der Fälle mit einem Rückfall in der Brust gerechnet werden. Die Bestrahlung senkt das Rückfallrisiko um 80% auf ca. 5 - 10%. Die Kombination brusterhaltende Operation in Verbindung mit Bestrahlung hat sich daher seit langem als feste Therapie etabliert. Generell ist die Bestrahlung darauf ausgerichtet, eventuell noch vorhandenen mikroskopischen, das heißt, mit bloßem Auge nicht zu erkennenden Tumorrest zu beseitigen.

  2. Teilbrustbestrahlung
    Es handelt sich um eine spezielle Therapieform, die nur in bestimmten Situationen zur Anwendung kommt. Es werden operativ Katheter in das Tumorgebiet eingebracht, über die kurzzeitig eine Radionuklid ferngesteuert eingebracht wird. Das Verfahren wird Brachytherapie oder auch Afterloading (Link Afterloading, Brachytherapie) genannt. Die Therapie ist darauf ausgerichtet ausschließlich den Rückfall am ursprünglichen Tumorsitz zu verhindern.

Wann beginnt die Bestrahlung?

Wird keine zusätzliche Chemotherapie durchgeführt, kann die Bestrahlung ca. 4 - 6 Wochen nach der Operation beginnen. Bei einer Chemotherapie erfolgt die Bestrahlung verzögert. Je nach Wahl des Medikamentenschemas wird die Bestrahlung erst nach Abschluss der Chemotherapie durchgeführt.

1. Strahlentherapie der gesamten Brust nach brusterhaltender Operation oder nach vollständiger Brustentfernung (=Ablatio mammae)

Technische Durchführung

Die Durchführung der Strahlentherapie erfolgt unter Einsatz der modernsten Technologien, die im wesentlichen auf der computergestützten Bestrahlungsplanung beruhen. Hierbei wird ein dreidimensionaler Therapieplan entwickelt, um eine möglichst gleichmäßige Dosisverteilung im Zielgebiet, der gesamten Brust zu erreichen. Wurde der Tumor bei der brusterhaltenden Operation knapp im Gesunden entfernt (Abstand nur wenige Millimeter) erfolgt in der Regel eine zusätzliche Aufsättigung (sogenannter Boost) des Tumorbettes. Der ehemalige Tumorbereich wird hierbei nach dem Untersuchungsbefund vor der Operation (Mammographie, Tastbefund) festgelegt. Besonders hilfreich ist, wenn der Operateur diesen Bereich durch eine im Röntgenbild erkennbare kleine Klammer (Clip) markiert. In Einzelfällen, werden je nach Risikoprofil auch die benachbarten Lymphknotenstationen in der Schlüsselbeingrube ebenso bestrahlt.

Dosierung der Radiotherapie

Die Menge der Strahlung (Dosis) wird in der physikalischen Einheit Gray = Gy gemessen. Bei der Bestrahlung nach brusterhaltender Operation sind 50 Gy notwendig. Nach heutigem Kenntnisstand könne in Einzelfällen auch andere Dosierungen angewandt werden, die beim Aufklärungsgespräch detailliert besprochen werden. Wurde der Tumor nur knapp im Gesunden entfernt (knapp = nur wenige Millimeter Abstand), sollte die Dosis im ehemalige Tumorbereich erhöht werden. Bei einer Bestrahlung der Lymphknotenstationen werden Dosen von 45 - 50 Gy gegeben.
Die oben genannten Gesamtdosen können unterschiedlich aufgeteilt werden. Entscheidend ist hierbei die Höhe der Einzeldosis. Die Aufteilung der Gesamtdosis in Einzeldosen (in der Regel 5 pro Woche) wird als Fraktionierung bezeichnet. Zur Senkung von Nebenwirkungen wird normalerweise eine niedrige Einzeldosis (1,8 - 2 Gy) und 5 Anwendungen pro Woche gewählt. Die Gesamtdauer der Behandlung beträgt unter diesen Umständen ca. 6 Wochen.

Planung und Ablauf der Bestrahlung

Es erfolgt eine individuelle Therapieplanung für jede Patientin. Zur genauen Erfassung des Zielgebietes wird eine Computertomographie des Brustkorbes angefertigt. Die Bilder werden bereits in Bestrahlungsposition angefertigt. Zu exakten Planung und Durchführung der Bestrahlung werden Brust und Arme auf einer speziellen Schiene mit Kopfstütze gelagert. Mit Hilfe eines dreidimensionalen Lasersystems wird bereits zu diesem Zeitpunkt die genaue Position der Therapiefelder festgelegt. Mit dem gewonnen Datensatz wird das genaue Zielgebiet von Ärzten bestimmt. Anschließend wird von Medizinischen Physikern ein dreidimensionaler Bestrahlungsplan berechnet, der mit dem Therapiesimulator übertragen wird (Link Simulator) Link Übertragung des CT Planes ). Hierbei werden Markierungen angebracht, die eine exakte Einstellung der Therapiefelder erlauben. Diese Markierungen dürfen daher nicht entfernt werden.

Aufsättigung des ehemaligen Tumorbereiches

Konnte der Tumor bei der Operation nur knapp im Gesunden entfernt werden oder liegt ein spezielles Risikoprofil vor, sollte das Tumorbett mit einer höheren Dosis bestrahlt werden. Die Notwendigkeit für diese weitere Aufsättigung erfolgt nach den Empfehlungen der S 3 Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft. Die Aufsättigung des Tumorbettes kann technisch auf zwei Wegen durchgeführt werden.

  1. Aufsättigung nach computergestützter Planung mit Bestrahlung von außen. Die Vorgehensweisen entsprechen der Bestrahlung der gesamten Brust. In der Regel werden 8 Fraktionen zu je 2 Gray appliziert.
  2. Bestrahlung des Tumorbettes über Katheter, die operativ in das Tumorbett gelegt werden. Über diese Katheter wird ein Radionuklid eingeführt (= interstitielle Brachytherapie oder auch Afterloading genannt). Die Einlage erfolgt in Narkose. Das Vorgehen entspricht demjenigen der Teilbrustbestrahlung (siehe unten ). Diese Therapie scheint der Bestrahlung von Außen in der Tumorkontrolle überlegen zu sein.

Bestrahlung der Lymphknoten

In Einzelfällen kann eine zusätzliche Bestrahlung benachbarter Lymphknoten angezeigt sein. Konnte bei dem operativen Eingriff ein Befall der Lymphknoten in der Achselhöhle nachgewiesen werden, besteht die Gefahr eines unbemerkten Mitbefalles der Lymphknoten der Schlüsselbeingrube. In dieser Situation empfiehlt sich eine gleichzeitige Mitbestrahlung der Lymphknotenstationen der Schlüsselbeingrube. Lag ein sehr ausgedehnter Befall der Achselhöhle vor oder war die Lymphknotenkapsel von Tumorzellen zerstört, sollte auch diese mitbestrahlt werden. Die Dosierungen entsprechen dem Vorgehen bei der Bestrahlung der gesamten Brust. Wurde auf eine Operation der Achselhöhle verzichtet sollte ebenfalls eine Bestrahlung der Achselhöhle erfolgen.

Bestrahlung nach vollständiger Brustentfernung (=Ablatio mammae)

Kann wegen eines ausgedehnteren Tumorwachstums oder ungünstigen anatomischen Voraussetzungen kein brusterhaltender operativer Eingriff durchgeführt werden, so dass die gesamte Brust entfernt werden muss, muss nicht in jedem Fall eine Bestrahlung erfolgen.
Nach den S 3 Leitlinien wird jedoch eine Bestrahlung dann empfohlen, wenn der Tumor größer als 3 Zentimeter war, mehr als ein Tumor vorlag und / oder die Haut oder Brustwand vom Tumor befallen war. Ebenso empfiehlt sich die Bestrahlung, wenn der Tumor nur knapp im Gesunden entfernt werden konnte oder ein ausgedehnter Befall der Lymphknoten in der Achselhöhle gefunden wurde. Die Durchführung der Bestrahlung entspricht weitestgehend den Vorgehensweisen, wie nach brusterhaltendem Vorgehen.

Qualitätssicherung

Die Durchführung der Strahlentherapie unterliegt speziellen Qualitätssicherungsmaßnahmen um sicherzustellen, dass die beabsichtigte Therapie in der vorgesehenen Form umgesetzt wird. Hierzu gehören regelmäßige Kontrollen der Therapiefelder mit Röntgenbildern, die mit dem therapeutischen Strahl gewonnen wurden. Gelegentlich wird zur Kontrolle die Simulation wiederholt.

Nebenwirkungen der Bestrahlung

In der Radioonkologie wird zwischen den Nebenwirkungen, die während der Bestrahlung auftreten (=akute Nebenwirkungen) und Nebenwirkungen unterschieden, die erst nach Abschluß der Therapie Monate bis Jahre auftreten können (=Spätfolgen). Die akuten Nebenwirkungen bilden sich nach Abschluß der Therapie vollständig zurück. Spätfolgen demgegenüber sind bleibend. Belastende Spätfolgen sind heute zu einer Seltenheit geworden.
Akute Nebenwirkungen sind häufig und treten heute bei Anwendung moderner Bestrahlungstechniken nur in einer sehr milden Form auf. Im Mittelpunkt steht eine leichte Rötung der Haut, die nach Tagen bis Wochen nach Beginn der Bestrahlung auftritt. Die Rötung kann mit einem leichten Spannungsgefühl in der bestrahlten Brust verbunden sein. Nur selten tritt eine feuchte Hautschuppung auf, die eine Behandlung mit speziellen Hautsalben erfordert. Eine Übelkeit ist sehr selten und meist nur vorübergehender Natur. Das Allgemeinbefinden kann durch eine Müdigkeit beeinträchtigt sein, insbesondere wenn zuvor körperlich anstrengende zusätzliche Behandlungen (Operation, Chemotherapie) erfolgt sind.
Als Spätfolge kann sich die operierte und bestrahlte Brust etwas fester im Vergleich zur nicht bestrahlten Brust anfühlen. Im Übrigen sind Spätfolgen wie eine bleibende Bräunung der Haut (Hyperpigmentierung)und besenreiserartige Veränderungen der Blutgefäße in der Haut selten geworden. Ein schmaler Lungensaum kann mitbestrahlt werden und erfährt eine narbige Umwandlung (Fibrose), die jedoch die Atmung und körperliche Leistungsfähigkeit nicht vermindert. Nach Anwendung bestimmter Chemotherapeutika (Anthrazykline) und bei Bestrahlung der linken Brust kann es zu einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen kommen. Wird die Achselhöhle bestrahlt, besteht ein erhöhtes Risiko für eine dauerhafte Schwellung des betroffenen Armes (Lymphödem).
Das kosmetische Ergebnis wird maßgeblich vom operativen Ergebnis bestimmt. Eine Beeinträchtigung kann dann auftreten, wenn sich nach der Operation Entzündungen abgespielt haben, Wasseransammlungen (Serome) oder Blutergüsse entstanden sind.
War die Operation komplikationslos und konnte ein gutes kosmetisches Ergebnis erreicht werden, wird dieses durch die Bestrahlung in der Regel nicht beeinträchtigt.
Über die Risiken und Nebenwirkungen der Bestrahlung und welche Dinge während und nach der Bestrahlung beachtet werden müssen, wird die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt ausführlich besprechen.

Was muss während der Bestrahlung beachtet werden?

Grundsätzlich muss die gewohnte Lebensführung nicht geändert werden. Auf die Haut im Bestrahlungsfeld dürfen keine Reizstoffe aufgetragen werden. Warmes Wasser und Duschen ist erlaubt, jedoch sollte keine Seife verwandt werden, da die Haut vorübergehend ihre Fähigkeit zur eigenen Schutzstoffbildung verliert. Es sollte nach Möglichkeit keine beengende Kleidung getragen werden. Synthetische Stoffe sollten gemieden werden. Die bestrahlte Haut sollte nicht der Sonne ausgesetzt werden. Die Einzelheiten wird der behandelnde Arzt / Ärztin mit Ihnen besprechen.

Wird die Bestrahlung ambulant durchgeführt?

Die Bestrahlung ist technisch nicht aufwendig. Die Bestrahlungszeit ist kurz. Der Aufenthalt im Bestrahlungsraum beträgt nur ca 10 Minuten. Die Bestrahlung ist wendig belastend, so dass sie in der Regel ambulant durchgeführt wird. In Ausnahmefällen kann die Bestrahlung auch unter stationären bedingungen durchgeführt werden.

Kann man während der 6 wöchigen Bestrahlungsdauer eventuell arbeiten gehen?

Man braucht während der Bestrahlungsdauer nicht seiner Arbeit nachgehen. Da die Bestrahlung in der Regel das Allgemeinbefinden nicht oder kaum beeinträchtigt, kann je nach den Bedürfnissen der Patientinnen die gewohnte Arbeit auch als Teilzeit wieder aufgenommen werde. Häufig wird das berufliche Umfeld mit seinen sozialen Kontakten als positiv empfunden und gestattet eine gewisse Ablenkung von der Erkrankung. Die näheren Umstände können mit der behandelnden Ärztin oder mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Die Entscheidungen bleiben den betroffenen Patientinnen überlassen.

Kann eventuell auf eine Bestrahlung verzichtet werden?

Es gibt Überlegungen, ob nicht beim Vorliegen besonders günstiger Faktoren (kleiner Tumor, guter Differenzierungsgrad, positive Hormonrezeptoren, Tumor weit im Gesunden entfernt, kein Lymphknotenbefall) auf eine Bestrahlung nach brusterhaltender Operation verzichtet werden kann. Zurzeit kann dieser Verzicht außerhalb von Studien (noch) nicht empfohlen werden.

2. Teilbrustbestrahlung mit Brachytherapie

Als Besonderheit und Alleinstellungsmerkmal führen wir in speziellen Fällen die Strahlentherapie ausschließlich des Tumorgebietes (sogenannte Teilbrustbestrahlung) mit Einlage von Kathetern durch. Das Verfahren erlaubt eine gezielte lokale Bestrahlung des Hauptrisikogebietes für den Rückfall.

Hintergrund

Nach heutigem Kenntnisstand treten ungefähr 90 Prozent der Rückfälle im ursprünglichen Tumorbett auf, vor allem dann, wenn der Tumor in einem sehr frühen Stadium festgestellt wurde. Die aktuell als Therapiestandard in den Leitlinien empfohlene Bestrahlung der gesamten Brust zur Verhinderung eines Rückfalles trifft daher wahrscheinlich nicht für alle Patienten zu. Eine Bestrahlung nur eines Teiles der Brust kann daher in einer bestimmten Patientinnengruppe ausreichend sein um einen generellen Rückfall zu verhindern. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass Rückfälle außerhalb des Bestrahlungsgebietes nur sehr selten auftreten. Dennoch kann dieses Verfahren erst als Standard in Leitlinien verankert werden, wenn die Teilbrustbestrahlung der Bestrahlung der gesamten Brust im
direkten Vergleich in einer genügend großen Patientinnengruppe gegenübergestellt werden: sog
Randomisierte Phase-III-Studie. Solange gilt die Teilbrustbestrahlung nicht als Standard-Behandlung und sollte im Rahmen derartiger Studien durchgeführt werden.

Bei welchen Patientinnen kann die Teilbrustbestrahlung mittels Brachytherapie sinnvoll durchgeführt werden?

Vor allem Patientinnen, die älter als 40 Jahre sind, profitieren von der Therapie. Der Tumor sollte einen Durchmesser von weniger als drei Zentimeter aufweisen. Lymphknoten dürfen nicht befallen sein und der Tumor sollte mit mindestens 2 mm Sicherheitsabstand entfernt worden sein.

Bisherige Erfahrungen

Das Konzept der Teilbrustbestrahlung wurde bisher an einigen Instituten weltweit erprobt.
Die bisherigen Erfahrungen sind überzeugend, müssen jedoch noch im vergleich zur Standardtherapie (Bestrahlung der gesamten Brust) bestätigt werden, bevor diese Methode als Therapiestandard etabliert werden kann.

Zentrum Patientinnen Nachbeobachtungszeit Rückfallhäufigkeit Kosmetisches Ergebnis
(gut / sehr gut)
Beaumont
Hospital
Michigan
USA

199

65 Monate

1,2%

95-99%

RTOG Studie
USA
99 44 Monate 3% 96%
Virginia
University
USA

44

42 Monate

0%

80%
Deutsch
Österreichische
Studie

274

48 Monate

1,5%

94%

Technische Durchführung

In Kurznarkose werden in einem zweiten operativen Eingriff in das Tumorgebiet Plastikkatheter (= Applikatoren) über Hohlnadeln eingelegt. Anschließend wird eine Computertomographie zur Kontrolle der Katheterlage und zur Therapieplanung durchgeführt. Es wird das ursprüngliche Tumorgebiet mit einem Sicherheitssaum von 2 Zentimeter bestrahlt. Der Vorteil dieser Therapieform liegt darin, dass das umgebende Gewebe, vor allem die Haut, die Lunge, die Rippen und bei Befall der linken Brust auch das Herz optimal geschont werden. Die liegenden Applikatoren erzeugen nur sehr selten einen schmerzhaften Reizzustand, der eine vorübergehende medikamentöse Therapie erfordert. Zum Infektionsschutz wird in dieser Zeit ein verträgliches Antibiotikum gegeben.
Die Bestrahlung erfolgt ferngesteuert. Über die Katheter und die daran anschließenden Verbindungsschläuche wird das Radionuklid (Ir 192) kurzzeitig über wenige Minuten eingeführt. Bestrahlt wird 2-mal täglich über 4 Tage (Behandlungszeitraum incl. Planung: 5 Tage). Die Patientinnen spüren von der Therapie nichts. Direkt nach der letzten Behandlung werden die Applikatoren problemlos entfernt. Die Entfernung bereitet keine Schmerzen.
Das kosmetische Ergebnis wird von über 90% der behandelten Patientinnen als sehr gut bis exzellent bewertet.

Sprechzimmer 3 (Dr. med. M. Hindemith):
  • Mammakarzinom
Sprechzeiten: nach telefonischer Vereinbarung
(Frau I. Höber, Telefon: 0341 / 97-18471)

 
Letzte Änderung: 14.04.2015, 11:01 Uhr | Redakteur: ww
Zurück zum Seitenanfang springen
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie