Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
 Universitätsmedizin Leipzig
Wie oft werde ich Bestrahlt und wie lange dauert die Bestrahlung?
Die Dosisverschreibung orientiert sich am Gewebstyp des Tumors und dem Volumen des vorliegenden Tumors. Sichtbarer Tumor erfordert mehr Dosis als entfernter Tumor, da nur mikroskopische Zellverbände im Operationsgebiet hinterlassen werden mussten. Das Zielgebiet liegt üblicherweise in der Nachbarschaft von normalem Gewebe. Die Strahlenbehandlung nutzt hierbei die unterschiedlichen biologischen Eigenschaften von Tumorgewebe und normalem gesundem Gewebe aus. Zunächst wird technisch die Strahlung im Zielgebiet fokussiert, dennoch kommt in dem umgebenden Gewebe häufig noch eine geringe Dosis an, die auch das Normalgewebe beeinträchtigen kann.
Biologisch unterscheidet sich Tumor- und Normalgewebe jedoch erheblich. Selbst geringe Dosen können Tumoren zerstören, jedoch nicht vollständig. Das Tumorgewebe ist nur beschränkt dazu in der Lage, sich von einer einmaligen niedrigen Dosis zu erholen. Demgegenüber ist normales Gewebe dazu in der Lage, sich sehr schnell, innerhalb weniger Minuten bis Stunden zu regenerieren. Hierdurch wird ein Trennungseffekt zwischen Tumor und gesundem Gewebe erzeugt. Dieser Trennungseffekt kommt bei einer hohen einmaligen Dosis nicht zum Tragen, so dass die Strahlentherapie in zahlreiche Einzelsitzungen aufgeteilt wird, in der jeweils niedrige, für das Normalgewebe verträgliche Dosierungen gegeben werden. Dieses Prinzip wird  Fraktionierung genannt.
Die Gesamtzahl der Behandlungen und die sich daraus ergebende Gesamtbehandlungsdauer orientiert sich wiederum am Gewebstyp und der notwendigen Gesamtdosis.
Diese Zusammenhänge werden mit Ihnen im Rahmen des Aufklärungsgespräches in der Ambulanz besprochen.
 
Letzte Änderung: 09.02.2010, 11:06 Uhr | Redakteur: ww
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