Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
 Universitätsmedizin Leipzig

Hirnstammgliome

Etwa 10 - 20 % der Hirntumoren im Kindesalter sind Hirnstammtumoren. Diese Tumoren können sich innerhalb des Hirnstammes weit ausdehnen, ohne den Hirnstamm wesentlich durch einen sog. raumfordernden Effekt aufzutreiben. in der Bildgebung wird nicht selten der gesamte Hirnstamm erfasst, ohne dass sich der Tumor sicher von normalem Hirngewebe abgrenzen lässt (sog. diffus intrinsische Hirnstammgliome) (siehe Abbildung). Durch dieses Tumorgebiet müssen offenbar gesunde Nervenbahnen laufen, zumal häufig die begleitende neurologische Symptomatik im Vergleich zur Tumorausdehnung eher gering ausgeprägt ist. Als sog. extrinsische Hirnstammgliome werden diejenigen Tumoren bezeichnet, die einen raumfordernden Effekt zeigen und aus dem Hirnstamm quasi herauswachsen. Diese Tumoren sind vom gesunden Hirngewebe abgesetzt, durch sie laufen offenbar keine funktionierenden Nervenbahnen, so dass der Neurochirurg dazu in der Lage ist, eine Resektion (=operative Entfernung) zu erreichen, ohne neurologische Ausfälle zu erzeugen. Aufgrund der Entfernbarkeit zeigen diese Tumoren eine besserer Prognose. Die führenden Symptome sind Ataxie (ca. 60 %) (= Gangunsicherheiten verbunden mit Störung des Gleichgewichtssinnes), motorische Störungen (37 %) (Störung der Beweglichkeit und der Kraft der Arme und/oder Beine), Kopfschmerzen (ca. 50 - 60 %), Übelkeit und Erbrechen (20 - 40 %). Hirnnervenausfälle (vorwiegend 3.-8. Hirnnerv) treten bei 65 % der Patienten auf, ferner Persönlichkeitsveränderungen, Krampfanfälle oder Entwicklungsverzögerungen.

Abbildung Hirnstammgliome Kernspintomographie. Die Abbildungsebene ist seitlich zur Körperlängsachse. Ausgedehntes Gliom, das den Hirnstammes, diffus durchsetzt (sog. diffus intrinsisches Hirnstammgliom)

 
Letzte Änderung: 14.04.2015, 12:19 Uhr
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