Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
 Universitätsmedizin Leipzig

Hochmaligne Gliome

Mit einer Häufigkeit von 5 % sind die hochmalignen Gliome im Kindesalter im Gegensatz zum Erwachsenenalter selten. Hochmaligne Gliome entsprechen den entartetsten Formen der Gliome und werden in die Grade III und IV eingeteilt. Die Entartungsgrade wurden von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) nach bestimmten Merkmalen der Zell- und Gewebseigenschaften bestimmt (WHO Grad III und IV). Die WHO Grad III Tumoren werden für gewöhnlich anaplastische Astrozytome und die WHO IV Tumoren Glioblastoma multiforme oder nur einfach Glioblastom genannt. Sie zeigen im Vergleich zu den niedrig-malignen Gliomen (WHO I und II) (niedrig-maligne Gliome) ein weitaus aggressiveres Wachstum. In Computertomographie und Kernspintomographie sind sie typischerweise an einer deutlichen Kontrastmittelaufnahme zu erkennen, häufig verbunden mit einer zentral gelegenen signalfreien Zone (in der Kernspintomographie), die einem Bezirk mit abgestorbenem Tumorgewebe (= Nekrose) entspricht. Das unter dem Mikroskop erkennbare typische Bild mit Gewebsuntergängen und krankhaft veränderten, überschiessenden Gefässbildungen findet so seine Darstellung. An klinischen Symptomen treten in Abhängigkeit von der Lokalisation Kopfschmerzen (60 % der Fälle), Krampfanfälle (36 bis 72 % der Fälle) sowie eine Hirndrucksymptomatik mit Übelkeit und Erbrechen auf.

Kernspintomographie eines Glioblastoms (Querschnitt)

Abbildung Hochmaligne Gliome MRT Der Tumor liegt links in der Schläfenlappenregion. Die weissen Areale repräsentieren Tumorgewebe. Die Landkarten artigen, dunklen Regionen entsprechen Gewebsuntergängen, sog. „Nekrosen". Der Tumor wächst verdrängend und verursacht eine geringe Schwellung, gekennzeichnet durch einen schmalen, grauen Saum.

 
Letzte Änderung: 14.04.2015, 12:20 Uhr
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