Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
 Universitätsmedizin Leipzig

Was versteht man unter Strahlentherapie?

Die Strahlentherapie ist nach der Operation die wichtigste Behandlungsmaßnahme. Als eigenständige Disziplin ist die Strahlentherapie (auch Radioonkologie) ein relativ junges Fach. In früheren Zeiten wurde die Strahlentherapie bzw. Radioonkologie unter dem Überbegriff „Radiologie" geführt, die die einzelnen Disziplinen diagnostische Radiologie, Strahlentherapie und Nuklearmedizin zusammenfasste. Durch intensive Forschung von Medizinern, Biologen und Physikern hat sich in den letzten Jahren eine eigenständige Disziplin entwickelt, die in enger Kooperation mit den anderen beteiligten Fachgebieten, vor allem den operativen Fächern und der internistischen Onkologie, eine optimierte Gesamtbehandlung erreichte. Durch die Entwicklung moderner Bestrahlungsgeräte (Linearbeschleuniger) wurde die Voraussetzung geschaffen, auch in der Tiefe des Körpers gelegene Tumoren zu bestrahlen. Hierdurch werden Nachbarorgane und auch die Hautoberfläche weitgehend geschont. Unabdingbare Voraussetzung für die Durchführung einer optimierten Strahlentherapie ist die Einführung computergestützter Bestrahlungsplanungssysteme, die eine individuell ausgerichtete Bestrahlung erreicht, mit dem Ziel, die Heilungsraten zu optimieren und etwaige Nebenwirkungen weitestgehend zu reduzieren. Die modernen bildgebenden Verfahren sind dazu in der Lage, exakt Tumor von Normalgewebe abzugrenzen, so dass sich in den letzten Jahren hochpräzise Bestrahlungstechniken entwickeln konnten. Im Gegensatz zur systemischen medikamentösen Therapie ist die Strahlentherapie eine rein lokale Maßnahme, d.h. sie wirkt nur im Bereich des Bestrahlungsfeldes. Das gilt sowohl für die erwünschte tumorzerstörende Wirkung als auch für die unerwünschten Nebenwirkungen.

Die medizinisch einsetzbare Strahlung wird heute durch hochmoderne „Linearbeschleuniger" erzeugt. Es entsteht hierbei eine „hochenergetische Röntgenstrahlung", die dazu in der Lage ist, in größere Körpertiefen vorzudringen. Moderne Bestrahlungsplanungssysteme können unter Zuhilfenahme der modernen bildgebenden Verfahren diese Strahlung im gewünschten Zielgebiet fokussieren. Hierbei werden unterschiedliche Strahlentherapiefelder eingesetzt, die aus unterschiedlichsten, individuell ausgerichteten Richtungen eingestrahlt werden. In Abhängigkeit von der Tumorerkrankung können auch radioaktive Quellen verwandt werden, die in Köperhöhlen oder operativ direkt in den Tumor eingebracht werden. Sie erzeugen lokal eine hohe Dosis und schonen durch einen raschen Dosisabfall optimal das umgebende Gewebe, vor allem benachbarte Organe.

 
Letzte Änderung: 23.11.2009, 11:28 Uhr
Zurück zum Seitenanfang springen
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie