Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
 Universitätsmedizin Leipzig

Was für eine Wirkung hat die Strahlentherapie?

Strahlung ist darauf ausgerichtet in erster Linie das Tumorgewebe zu erreichen und normales, gesundes Gewebe zu schonen. Generell wird aber eine Wirkung auf alles lebende Gewebe ausgeübt. Jedes Gewebe, damit auch Tumor und normales gesundes Gewebe, setzt sich aus einzelnen Zellen zusammen. Normale Zellen ebenso wie Tumorzellen unterliegen einer bestimmten Zellteilung, die schließlich zu einer Gewebsvermehrung führt. Im normalen Gewebe unterliegen der Nachschub durch Zellteilung und die Absterberate durch Zellalterung einem fließenden Prozess, der sich in einem Gleichgewicht von Zellbildung und Absterben befindet. Im Tumorgewebe ist dieses Gleichgewicht gestört. Tumorzellen können ungehindert wuchern und schließlich einen Tumor bilden. Strahlung ist dazu in der Lage diesen Zellteilungsprozess zu behindern. Tumorzellen können sich nicht mehr teilen und gehen zu Grunde. Im Gegensatz dazu können sich normale Zellen von Strahlung erholen und werden nicht abgetötet. Bei einer Strahlentherapie von Tumoren wird daher gezielt Tumorgewebe zerstört und Normalgewebe geschont.

Dieser Trennungseffekt zwischen Tumorzellabtötung und Zellerholung von gesundem Gewebe wird besonders gut ausgenutzt, wenn die Bestrahlung auf mehrere geringe Einzeldosen aufgeteilt wird (= Bestrahlungsrhythmus / Fraktionierung -> siehe dort).

Strahlenwirkung: Nutzung der biologisch unterschiedlichen Eigenschaften zwischen Normalgewebe (Erholungsfähigkeit von Strahlung) und Tumorzellverband (fehlende Erholungsfähigkeit von Strahlung)

Die strahlenbiologische Wirkung der Strahlung wird technisch ausgenutzt und optimiert durch:

  1. Anwendung moderner Bestrahlungstechniken und damit Schonung von Normalgewebe (möglichst geringe Dosisbelastung)
  2. Eine optimale Erfassung des Tumors durch Anwendung moderner Bestrahlungstechniken (möglichst hohe Dosis)
 
Letzte Änderung: 23.11.2009, 11:36 Uhr
Zurück zum Seitenanfang springen
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie