Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
 Universitätsmedizin Leipzig

Welche Therapiefelder werden appliziert?

Die Auswahl der Therapiefelder orientiert sich an den biologischen Eigenschaften der Tumoren. Im wesentlichen unterscheidet man 2 Eigenschaften. Einige Tumoren neigen dazu, ausschließlich lokal infiltrativ in das umgebende Gewebe zu wachsen und nach chirurgischer Entfernung an Ort und Stelle erneut zu wachsen (Lokalrezidiv). Andere Tumoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie über die Lymphwege metastasieren. Diese Tumorformen treten vorwiegend im Kopf-Hals, Brust- und Bauchbereich auf.

Nach Auswahl der Therapiefelder bzw. notwendigen Zielvolumina wird über die korrespondierende Therapietechnik entschieden. Strahlenbehandlungen der erweiterten Tumorregion erfordern eine computergestützte Bestrahlungsplanung, die in individuelle Therapieplanungen mündet, die ihrerseits aus unterschiedlichsten individuell ausgerichteten und konfigurierten Therapiefeldern bestehen.. Heute werden auch zunehmend moderne computergestützte Verfahren eingesetzt, um eine exakte Feldpositionierung und Dosisberechnung zu ermöglichen.

Moderne Bestrahlungsplanungssysteme erlauben heute eine optimale Anpassung der Therapiefelder an das Zielgebiet und eine Ausblendung von Normalgewebe. Diagnostische Bildgebungen wie Kernspintomographie und Computertomographie, in Zukunft auch Positronenemissionstomographie (PET), werden in die Planungssysteme integriert und erlauben eine zuverlässige Identifizierung von Tumor und Normalgewebe. Die modernen Technologien unterliegen einer ständigen Weiterentwicklung mit der Möglichkeit, auch die Intensität der Bestrahlung innerhalb des Tumors zu modifizieren. Hierdurch wird eine weitere, individuellere Anpassung der Bestrahlungsfelder erreicht.

Bestrahlungstechniken im Einzelnen (Zusammenhang zwischen Zielgebiet, Therapiefeldern und Bestrahlungstechnik)
Gesamtdosis und Fraktionierung, Planungszielvolumina und Bestrahlungstechnik werden bei der Bestrahlung wesentlich durch die Ausbreitungscharakteristik des jeweiligen Tumors, die Dosiswirkungsbeziehung des Tumorgewebes und durch die Strahlentoleranz benachbarter Risikostrukturen bestimmt.

Die notwendige Dosis, die gegeben werden muss, orientiert sich prinzipiell an folgenden Punkten:

  • Der notwendigen Tumordosis, d.h. welche Dosis ist notwendig, um den Tumor wirksam zu bekämpfen.
    A) Üblicherweise ist für die Behandlung von sichtbarem Tumor eine höhere Dosis notwendig als für Gebiete, in denen man eine unsichtbare Tumorausdehnung vermutet
    B) Die einzelnen Tumorarten sind unterschiedlich strahlenempfindlich und erfordern daher eine angepasste Dosis.
  • Aufteilung der Gesamtdosis in mehrere Einzeldosen mit geringer Höhe.
  • Die Toleranz des normalen umgebenden Gewebes muß beachtet werden, d.h. die Dosisbelastung von Risikoorganen wie z.B. Rückenmark, Darm, Nieren Leber usw. darf nicht überschritten werden.
  • Die Dosisbemessung erfolgt nach speziellen physikalischen Einheiten, die nach dem Physiker L.H. Gray (Abkürzung : Gy) genannt werden.
 
Letzte Änderung: 23.11.2009, 11:36 Uhr
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