Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
 Universitätsmedizin Leipzig

Bestrahlungsrhythmus

Üblicherweise wird die Gesamtdosis in mehrere kleine Einzelportionen aufgeteilt, die Fraktionen (Grundlage siehe Wirkung der Strahlung). Bei der Bestrahlung werden üblicherweise Einzeldosierungen zwischen 1,5 und 2,0 Gy gegeben. Eine Ausnahme bildet die stereotaktische Hochpräzisionsbestrahlung (Radiochirurgie) bei der bewusst einmalig eine hohe Dosis gegeben wird. Die stereotaktische Einzeittherapie wird hochpräzise appliziert und schont das umgebende Gewebe vollständig. Sie erreicht eine hohe Dosis im Tumor und führt zu einem streng lokal begrenzten Tumorgewebsuntergang.

Zur Orientierung kann grob gesagt werden:

Je kleiner die Einzeldosis, um so besser ist die Verträglichkeit der Therapie ,wenn große Felder ausgewählt werden. Bei Gabe von niedrigen Einzeldosen wird zudem die Erholungsfähigkeit von normalem Gewebe besser ausgenutzt und damit das Risiko für bleibende Spätkomplikationen vermindert.

Hier kann zur Erläuterung folgende Beobachtung herangezogen werden:

Sonnenstrahlung erzeugt bei richtiger Exposition eine normale unauffällige Bräunung der Haut. Setzt man sich allerdings einmalig über lange Zeit Sonnenstrahlungen aus, kommt es zu einem Sonnenbrand. Werden die Zeiten der Sonnenexposition verkürzt und auf viele Tage verteilt, wird die Fähigkeit der Zellen gefördert, Pigment zu bilden, das zu einer Bräunung führt. Die normalen Zellen und das Hautgewebe werden dazu in die Lage versetzt, auf die Sonnenstrahlung zu reagieren und einen Bräunungsvorgang in Gang zu setzen. Dadurch wird das „Sonnenbad" verträglich. Konsequenter Weise ist die Gabe der Strahlentherapiedosis in vielen, zeitlich voneinander getrennten Einzelsitzungen erheblich schonender als die Gabe einer hohen Einzeldosis.

 
Letzte Änderung: 14.04.2015, 10:05 Uhr
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