Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
 Universitätsmedizin Leipzig

Wie verhält man sich während der Bestrahlung?

Lebensführung

Üblicherweise ist das akute Nebenwirkungsrisiko unter der Strahlentherapie so gering, dass eine Einschränkung des täglichen Lebens nur selten notwendig ist. Vor allem während der Frühlings- und Sommermonate sollte jedoch darauf geachtet werden, direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Einer Kopfbedeckung sollte bei Bestrahlung des Kopfes der Vorzug gegeben werden. Ebenso sollte auch Schwimmen während der Behandlungszeit nicht gestattet werden. Weitere Einzelheiten bespricht der betreuende Radioonkologe mit dem Patienten. Die übliche Nebenwirkung der Bestrahlung ist die Hautrötung verbunden mit einer trockenen Schuppung im Bereich der Therapiefelder. Sie hängt von der Dosis und der Therapietechnik ab und kann erheblich variieren. Ein Haarausfall tritt ausschließlich dort auf, wo Strahlung die Haarwurzeln erreicht.

Beide Nebenwirkungen bilden sich nach Abschluß der Bestrahlung meist zurück. Selten kommt es zu bleibenden Hautveränderungen, Braunverfärbung, „Besenreisern" oder einer Verdünnung und Verhärtung des Unterhautgewebes. Bleibender Haarausfall kann dort auftreten, wo eine Operationsnarbe liegt oder wo eine Aufsättigung eines Tumorgebiets erfolgte. Vorübergehend können bei Bestrahlung des Kopfes auch Kopfschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen auftreten. Vorübergehende Gaben von Kortison beseitigen diese Probleme rasch. Liegt der Schlund und die Speiseröhre im Bereich der Austrittspforten der Therapiefelder, kann es vorübergehend zu Schluckbeschwerden und Heiserkeit kommen bzw. zu vermehrten Stuhldrang und Harndrang bei der Bestrahlung der Bauch und Beckenregion. Die Risiken für Nebenwirkungen müssen je nach individueller Bestrahlungstechnik und Dosierung mit dem Radiotherapeuten besprochen werden. Diese Nebenwirkungen, die unter Bestrahlung bzw. kurz danach auftreten, werden von den Spätfolgen getrennt, die Monate bis Jahre nach Abschluß entstehen können.

Wichtig: Therapienebenwirkungen treten nur dort auf, wo die Strahlung verabreicht wird. Fernwirkungen gbt es nicht.

Hautpflege

Spezielle Hautpflegemaßnahmen sollten mit dem Strahlentherapeuten abgesprochen werden. Die Haut im Bestrahlungsfeld darf ausschließlich mit Substanzen gepflegt werden, die vom Strahlentherapeuten verordnet wurden. Mechanische Reize im Bereich der bestrahlten Haut sollten vermieden werden. Ob und wie intensiv die bestrahlte Haut gewaschen werden darf, sollten Sie bitte mit dem Arzt besprechen.

 
Letzte Änderung: 23.11.2009, 12:01 Uhr
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