Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
 Universitätsmedizin Leipzig

Medulloblastom

Etwa 20 % aller kindlichen Hirntumoren sind Medulloblastome. Sie können in jedem Lebensalter auftreten, werden aber zu 80 % unterhalb des 15. Lebensjahres und meist zwischen 2 und 9 Jahren beobachtet. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen. Medulloblastome sind vorwiegend in der hinteren Schädelgrube lokalisiert und zeichnen sich durch rasches, infiltratives Wachstum und eine häufige Metastasierung über den Hirnwasserweg (= Liquorweg) aus.

Abbildung Medulloblastom Plus Symbol Metastasierungen außerhalb des Zentralnervensystems sind eine große Seltenheit, die Ausbreitung über die Hirnwasserwege (= liquorgene Metastasierung) ist jedoch deutlich häufiger (bis zu 40 % der Fälle).

StPNET

Diese Tumoren entstehen im Bereich des Großhirnes und entsprechen dem feingeweblichen Bild der Medulloblastome, die in der hinteren Schädelgrube auftreten. Ihre Darstellung ähnelt in der Bildgebung den hochmalignen Gliomen. Die exakte medizinische Bezeichnung lautet: Supratentoriell lokalisierte primitiv neurektodermale Tumoren (= stPNET). Sie neigen wie ihr Gegenstück aus der hinteren Schädelgrube zur Tumoraussaat über die Hirnwasserwege. Die Behandlung orientiert sich entsprechend der feingeweblichen Ähnlichkeiten und der selben biologischen Eigenschaften an derjenigen für das Medulloblastom.

Kernspintomographie eines sog. stPNET

Abbildung stPNET Plus Symbol Der Tumor liegt in der rechten Hirnhälfte und zeigt in der Bildgebung Ähnlichkeiten mit hochmalignen Gliomen. Der Tumor verdrängt normales Hirngewebe. Die Schnittführung ist quer zur Körperlängsachse ausgerichtet.





Pineoblastome

Abbildung Pineoblastome Plus Symbol Treten die supratentoriellen primitiv neuroektodermalen Tumoren in der sogenannten Pinealisregion auf, werden sie auch Pineoblastome genannt.

 
Letzte Änderung: 14.04.2015, 12:25 Uhr
Zurück zum Seitenanfang springen
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie