Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
 Universitätsmedizin Leipzig

Niedriggradige Gliome

Die niedrig-malignen Gliome gehören neben dem Medulloblastom zu den häufigeren bösartige Hirntumoren im Kindesalter. Niedrigmaligne Gliome entsprechen den am wenigsten entarteten Formen der Gliome und werden in die Grade I und II eingeteilt. Die Entartungsgrade wurden von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) nach bestimmten Merkmalen der Zell- und Gewebseigenschaften bestimmt (WHO Grad I und II). Die WHO Grad I Tumoren werden für gewöhnlich pilocytäre Astrozytome und die WHO II Tumoren Astrocytome WHO II bezeichnet. In der letzteren Gruppe finden sich zahlreiche Varianten. Sie zeigen im Vergleich zu den hochmalignen Gliomen (WHO III und IV) ein weitaus weniger aggressives Wachstum. In Computertomographie und Kernspintomographie sind sie typischerweise an einer fehlenden Kontrastmittelaufnahme zu erkennen, ohne dass (im Gegensatz zu den hochmalignen Formen) Bezirke mit abgestorbenem Tumorgewebe erkennbar sind (siehe Abbildung). Meistens entstehen diese Tumoren im Bereich der sogenannten Sehbahn und können sich entlang dieser anantomischen Strukturen ausbreiten. Synonym wird häufig der Begriff Optikus-Gliom verwandt. Formal werden sie niedrig-maligne Gliome der supratentoriellen Mittellinie genannt.

Meist treten sie bei Kindern vor dem 6. Lebensjahr häufig im Rahmen einer Neurofibromatose Recklinghausen auf. Histologisch stehen pilozytische und auch fibrilläre Astrozytome im Vordergrund (89 %). Durch Kompression der Nervenfasern wird je nach Tumorsitz einseitige oder beidseitige Blindheit verursacht. Zusätzlich können Motilitätsstörungen (Beweglichkeitsstörungen) der Augen auftreten. Breiten sie sich über die Sehbahnkreuzung in das Mittelhirn aus, können Hormonstörungen mit Wachstums- und Entwicklungsverzögerung, eine vorzeitige Pubertät (sog. pubertas praecox), Fettsucht, aber auch Persönlichkeitsstörungen und Störungen der Hirnleistungsfähigkeit auftreten.

Gliom der Sehbahnkreuzung. Kernspintomographie mit Querschnitt in Augenhöhe

Abbildung niedrig-gradige Gliome Plus Symbol

 
Letzte Änderung: 14.04.2015, 12:26 Uhr
Zurück zum Seitenanfang springen
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie