Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
 Universitätsmedizin Leipzig

Begriffsbestimmungen

Begriffsbestimmung / Stadieneinteilung

Nach der international gültigen Klassifikation für Tumoren (TNM Klassifikation) kann das Prostatakarzinom je nach Ausprägung beschrieben, d. h. klassifiziert werden.

Im Stadium T1 liegt ein nicht tastbarer Tumor vor, der auch mit bildgebenden Verfahren nicht nachgewiesen werden kann.

  • T1a: zufällig histologischer Befund, in 5% oder weniger des resezierten Gewebes
  • T1b: tumorzufälliger histologischer Befund, in mehr als 5% des resezierten Gewebes
  • T1c: Tumor durch Nadelbiopsie diagnostiziert, z. B. wegen eines erhöhten PSA.
    (Ein Tumor, der durch Nadelbiopsie in einem oder beiden Lappen gefunden wird, aber weder tastbar noch in bildgebenden Verfahren (Computertomographie, Kernspintomographie, Ultraschall) sichtbar ist, wird als T1c klassifiziert. Wird ein Tumor im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung anhand eines erhöhten PSA-Wertes festgestellt, ohne dass er tastbar ist, liegt demzufolge ein T1c-Stadium vor. In vielen Fällen wird der Tumor in diesem Stadium festgestellt.)

T2: Tumor begrenzt auf Prostata und tastbar.

  • T2a: Tumor befällt die Hälfte eines Lappens oder weniger
  • T2b: Tumor befällt mehr als die Hälfte eines Lappens
  • T2c: Tumor in beiden Lappen tastbar

T3: Tumor durchbricht die Prostatakapsel

  • T3a: hier liegt eine Ausbreitung außerhalb der Prostata vor (einseitig oder beidseitig)
  • T3b: Der Tumor infiltriert die Samenblase

T 4: der Tumorinfiltriert ein Nachbarorgan (z. B. Enddarm)

Begriffsbestimmung / Gleason-Score:

In den 70er Jahren beschrieb der amerikanische Pathologe Donald F. Gleason den nach ihm benannten Score. Er dient der feingeweblichen Beurteilung des Prostatakrebses. Hierbei wird zum einen die Abweichung vom normalen Gewebe (= Enddifferenzierungsgrad) der am häufigsten vorkommenden und der am zweithäufigsten vorkommenden Zellpopulation des Tumors bewertet. Die Bewertung reicht von 1 - 5. Je höher der Wert ist, um so weniger ähnelt das vorliegende Gewebe dem normalen Gewebe. Beide Werte werden aufaddiert.
Die Tumoren, die dem Normalgewebe am ähnlichsten sind, werden also mit dem Score 1 + 1 = 2 beschrieben, die am wenigsten dem Normalgewebe entsprechen, erhalten den Score 5 + 5 = 10. Diese entsprechen der aggressivsten Variante des Tumors.

Begriffsbestimmung / PSA - Wert

PSA steht für prostataspezifisches Antigen. Es handelt sich um ein Enzym, das normalerweise von den Ausführungsgängen der Prostata produziert wird und dem Ejakulat beigemengt wird. Es dient zur Verflüssigung des Samenkoagulums. Es wird letztlich vom Drüsenepithel der Prostata produziert. Im Blut beträgt die Halbwertzeit des PSA ca. 48 - 42 Stunden (gebundenes PSA). Das freie PSA hat eine Halbwertzeit von 2 - 3 Stunden und wird über die Nieren ausgeschieden.
Mittlerweile ist der PSA-Wert zum wichtigsten Marker in der Urologie geworden und ist der empfindlichste Messwert in der Diagnose des Prostatakarzinoms. PSA gilt jedoch als Gewebemarker, nicht als reiner Tumormarker, da es auch bei Prostatagesunden nachweisbar ist bzw. auch bei gutartigen Prostatavergrößerungen.
Bei der Früherkennung des Prostatakarzinoms muss daher die Aussagekraft des PSA-Wertes ausführlich mit dem betreuenden Urologen besprochen werden. Sehr verlässlich ist der PSA-Wert für weitere Verlaufskontrollen bei einem einmal festgestellten und histologisch nachgewiesenen Prostatakarzinom.

 
Letzte Änderung: 23.06.2009, 11:05 Uhr
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